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Workshoptagung: Von Stimmungsmache und Übergriffen – Facetten rechter Gewalt

6. Oktober, 14:00 - 18:30

Die menschenverachtende Anschlags- und Mordserie des NSU offenbarte im November 2011 eine neue Dimension des Rechtsterrorismus in Deutschland. Doch waren terroristische Strukturen in der extremen Rechten schon immer präsent. Gleichzeitig werden aber auch rassistische Anschläge verübt, ohne dass Verbindungen zu einem neonazistischen Untergrund oder organisierten extrem rechten Strukturen vorliegen. Im letzten Jahr gab es erneut einen Anstieg von Übergriffen auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte.

Rassistische Gewalt ist kein isoliertes Phänomen, sondern wird durch Abwertungs- und Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der Gesellschaft begünstigt. Dazu trägt auch eine gewalttätige Sprache bei, die bestimmte Menschengruppen als „die Anderen“ und als „nicht zugehörig“ markiert. Dies können Geflüchtete, Menschen mit Zuwanderungsbiographie, People of Colour oder auch Personen sein, die nicht bestimmten Geschlechtervorstellungen entsprechen.

Das betrifft nicht nur Postings und Bilder in den sozialen Netzwerken, sondern auch die politische Kommunikation im öffentlichen und privaten Raum oder in den Medien. Neben diesem Erstarken rassistischer Hetze und rechter Parolen gibt es schon seit jeher Ausgrenzungspraktiken in gesellschaftlichen Institutionen, die von den Betroffenen als gewaltförmig erlebt werden.
Daher wollen wir uns im Rahmen einer Tagung mit rechter Gewalt in ihren verschiedenen Facetten und Dimensionen auseinandersetzen. Wie ist die Gefahr rechter Gewalt aktuell zu bewerten? Wie sind die unterschiedlichen Formen von Gewalt in der Ideologie der extremen Rechten eingeschrieben? Welche Erscheinungsformen verbaler Gewalt begegnen uns? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen rassistischen Diskursen und Gewalt? Was bedeutet das für die Betroffenen? Wo sind Menschen mit institutionellem Rassismus konfrontiert? Was können wir tun? Diese und andere Fragen wollen wir mit Ihnen und euch diskutieren.

Diskutieren – austauschen – vernetzen

Auch wenn einerseits in rechtsorientierten Gruppen die Zustimmung zu Gewalt als Mittel zur Durchsetzung völkischer Interessen zugenommen hat und andererseits die gewaltförmige Unterscheidungen zwischen „Deutschen“ und „Nicht-Deutschen“ von vielen als (rassistische) Normalität scheinbar hingenommen wird, so gibt es doch ein breites Engagement für Vielfalt, Solidarität und Gleichberechtigung. Studien zeigen, dass in demokratischen Milieus Gewalt stärker abgelehnt wird als noch wenige Jahre zuvor. Überall haben zivilgesellschaftliche Bündnisse kreative Proteste und effektiven Widerstand gegen extrem rechte und rassistische Provokationen organisiert. Entgegen aller Behauptungen vom „Ende der ‚Willkommenskultur‘“ und der behaupteten Notwendigkeit einer „Abschiebekultur“ zum Trotz setzen sich nach wie vor zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen für das Grundrecht auf Asyl und die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten ein.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus bringt die unterschiedlichen Akteur_innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Initiativen und Bildungseinrichtungen zusammen.

Die Workshoptagung soll dazu beitragen, für die unterschiedlichsten Formen von Gewalt und die Auswirkungen auf die Betroffenen zu sensibilisieren. Sie soll aber auch und vor allem ein Forum bieten, Ideen auszutauschen, das Engagement vor Ort sichtbar zu machen und sich zu vernetzen.

Das Tagungsprogramm und weitere Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze!

Veranstalter: Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW

Internet: www.mobile-beratung-nrw.de
E-Mail: info@mobile-beratung-nrw.de

logoRechtsberatung

 

Details

Datum:
6. Oktober
Zeit:
14:00 - 18:30

Veranstaltungsort

NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)
Appellhofplatz 23-25
50668 Köln,
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